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Hey du! Möchtest du mehr über meine Gedanken, Erfahrungen und meinen Alltag erfahren? Dann bist du hier richtig! Ich werde hier versuchen regemäßig etwas zu neuen Materialien, Techniken, Ideen und meine kleinen kreativen Entdeckungsreisen zu schreiben. Ausserdem werden sich hier auch regelmäßig Links zu meinen neusten Youtube-videos finden, zu denen ich dann nochmal ein paar Worte verliere. Lass' mir doch gerne auf meinen sozialen Netzwerken einen Kommentar da, ich würde mich über Lob, Kritik Ideen und Wünsche freuen!

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Die neusten Einträge

Was können eigentlich günstige Buntstifte als Ersatz leisten?

25.09.2016

Farbtests der Stiftesets

Dieser kleine Farbtest ergab sich, nachdem eine befreundete Künstlerin nach Rat bei der Auswahl von Stiften fragte. Ihre Idee war, dass die Stifte als Ergänzung zu ihren doch recht weichen Prismacolor Stiften fungieren sollten. Sie wollte ein paar Stifte die Details zuließen, aber keine zu weiche Miene hatten. Die von Faber Castell produzierten Polychromos fielen für sie bereits raus - die Miene war auch zu weich und da die Stifte 'nur' als Ergänzung zu einem 150'er Set dienen sollten vermutlich auch zu teuer.
Da ich noch ein paar Stifte bei mir rumliegen hatte, die ich als Stifte für die Berufsschule verwende, oder um sie eben auch als Ergänzung zu benutzen, bot es sich nun an diesen Test einmal niederzuschreiben.

Vorerst zu den Fakten:
Ich habe zwei meiner "Ersatzstifte" ausprobiert, jeweils ein 24'er Set der beiden Marken.

Zum einen die PROGRESSO Pens von Koh-I-Noor (24 Stifte bei Boesner für 14,36 EUR)
(Diese Stifte bestehen fast komplett aus ihrer Miene und haben keine Holzummantelung!)

Und die Lamy Plus Buntstiftebox (Auf der erstbesten Seite im Internet 16,40 EUR für 24 Stifte

Die Farbpalette

Bei beiden Stiften ist es so, dass man wie in vielen 24'er Sets direkt sieht, dass einige Farben (in meinen Augen) teils ein wenig unnütz sind. Ich benutze selten Kreischgelb oder Quietschtürkis und wünsche mir immer etwas gedecktere Farben, vielleicht auch eine schönere Palette an Naturfarben. Das ist aber vermutlich wirklich Geschmackssache
Hier hat für mich die Palette der Progresso besser gegriffen, da die Farben minimal matter wirken und auch ein Braunton mehr enthalten ist. Die Grüntöne wirken für mich auch natürlicher als bei den Lamy Stiften. Diese Information ist natürlich aber je nach Künstler unnütz. Ich dachte ich erwähne es trotzdem kurz. Ausserdem "stört" es mich etwas, dass in dem Lamy Set Gold und Silber enthalten sind. Das Silber ist zwar schön cremig, aber ganz ehrlich: Ich habe dafür mehrere Effektfarben rumliegen und noch nie Buntstifte für Gold und Silbereffekte benutzt. Mal abgesehen davon, dass das Gold sehr schal wirkt. (die beiden Farben ganz Rechts auf der Testkarte). Die Hautfarbe in dem Set ist mir auch ein wenig zu krass, das kann man aber mit geübter Hand trainieren und es handelt sich ja nur um ein paar Zusatzstifte. Beide Sets haben ein gut deckendes Schwarz und ein schönes Weiß im Angebot. Die Weißtöne habe ich aber nicht auf schwarzer Pappe testen können. Verzeiht mir. :) Ausserdem ist bei jeder Marke ein Grauton vertreten.

Der Abrieb

Der Abrieb gefällt mir bei beiden Marken gut. Die Lamy Stifte sind gefühlt etwas weicher beim Auftragen, wobei man das auch nicht pauschalisieren kann. - Es gibt nämlich 2-3 Stifte im Set die zwar aufgetragen nicht anders aussehen, aber beim malen dieses Billig-Buntstiftgefühl hervorrufen. Dieses Kratzen auf dem Papier - ihr wisst schon? xD Brr! Während 1-2 Stifte (bei mir das Schwarz und das Silber) sehr cremig sind.
Die Progresso sind alle sehr einheitlich. Ich hatte aber das Gefühl etwas mehr Druck aufzuwenden, um wirklich alles aus den Farben heraus zu holen. Für meine empfindlichen Gelenke ein manko, spricht aber für eine harte Miene. (Was auch der Abrieb der Stifte bezeugt. Das Schwarz benutze ich viel um mein Polychromos-schwarz zu schonen und damit große Flächen zu füllen. Das seit 2-3 Jahren und der Stift ist noch zur hälfte bis einem Drittel da.) Die Lamy habe ich leider noch nicht so lang, aber sie wirken sonst doch auch recht solide auf mich, wenn ich das so mit meinen Prismacolor vergleiche.

Details und Sonstiges

Für Details kommt es drauf an wie klein zu zeichnen willst. Die Progresso brechen bei mir recht schnell ab, wenn man sie aufs Äußerste anspitzt und wirklich super spitz hat (vtl sind sie aber auch spröde, den Teststift habe ich lange nicht angespitzt und jetzt nur ein paar mm.) Dennoch machen sie nachdem dieser Teil abgebrochen ist schöne Linien, lassen sich gut führen und haben keine Qualitätsunterschiede im Verlauf der Miene - danach brechen sie auch nicht mehr. xD Ich finde es nur etwas schade um die Farbe, da der ganze Stift eine beschichtete Miene ist. Falls man aber große Flächen damit kolorieren will, ist das aber vielleicht nicht übel.
Die Lamy hingegen waren mir beim ersten mal Anspitzen eine kleine Schmach. Ich habe keine Schulanspitzer am Schreibtisch stehen und musste erst einen aus dem Regal kramen, da die tatsächlich dick sind. Wie.. Schulstifte halt. :D Das Anspitzen ging aber gut und die Miene wurde schön lang. Trotz des Fakts, dass die Miene erst bei größerem Druck abgesprungen ist, hatte ich aber das Gefühl, dass der Stift dadurch dass er cremiger ist als der Progresso nicht so fein wie eben dieser zeichnen konnte.

Fazit

Wer einen Stift sucht, der robust ist, einen schönen, weichen Abrieb hat und lieber knalligere Farben mag, für den ist der Lamy Plus bestens geeignet. Nicht teuer, weich aber nicht zu weich im Abrieb und ... knallige Farben.
Wer allerdings einen Stift sucht, der eher natürlich aussieht, eine gleichbleibende Qualität der Farbe hat und auch für Details eingesetzt werden kann, der sollte sich den PROGRESSO Pen mal genauer anschauen.
Was man dann aber hinnehmen muss, ist dass der Stift nicht unbedingt runterfallen sollte. Daher sollten Mamis (oder Katzenmamis??), deren Kind oder Katze am Schreibtisch vorbeischauen kann oder Leute denen schnell mal die Stifte durch die Gegend fliegen nochmal kurz überlegen. (Keine Sorge, ich kenne das. Sonst hätte ich keine gebrochenen Stifte. xD). Da man das aber kleben kann ist für diesen Zweck mein Favorit der Progresso.

Lavanguard. Die Revolution oder nur ein sehr teures Fotopapier? - der Test.

18.05.2016

Beispielbild Fotopapier vs Lavanguard Hier klicken für maximale Bildgröße.

Ich möchte hier nun auch mal meine Worte zum relativ neuen LANAVANGUARD lassen, welches sich selbst ja als DAS Mixed Media Papier anpreist.

Da ich nur einen A5 Probe Zettel hatte sind die Ergebnisse nun auf diese Sicht beschränkt!
Zuerstmal weckt das Papier optisch in mir das Gefühl, ich hätte ein Fotopapier für Drucker in der Hand. Zu erwähnen ist hier auch, dass ich im Vorraus bereits nicht sicher war, ob man auf diesem Papier wirklich Meisterwerke mit allen Medien zaubern kann, habe es aber versucht ohne Vorurteile anzugehen.
Mein erster Versuch war es einen Vogel in Aquarell (Dr. Ph. Martins radiant concentrated watercolours) zu zeichnen, was leider kläglich daran scheiterte, dass es kaum möglich ist Flächen zu bilden oder die Farben zu schichten.
Also bin ich später zum einfachen Medientest übergegangen und habe im Vergleich ein richtiges Fotopapier für Tintendrucker zur Hand genommen.

Auf der Rückseite meines Probeblattes ist folgendes angepriesen:

Zitat

[...] Entdecken Sie einen außergewöhnlichen Komfort beim Farbauftrag auf einem Material, das unabhängig von der angewandten Technik glatt und eben bleibt. Techniken: Acryl, Gouache, Aquarell, Filzstift, Tinte, Faserstift, Bleistift, Buntstift... [...] Die Anwendung von Aquarellfarben führt zu neuen und unerwarteten Effekten [...]

Fangen wir also an mit dem Test:
Zunächst mal Schmincke Aquarellfarben (im Napf). Hier versagen beide Papiere in meinen Augen kläglich, was ich dem Druckerpapier nicht übel nehme. Von dem Lana Papier habe ich aber deutlich mehr erwartet, als ein paar schlierige Kleckse, da es sich unter Anderem als Aquarellpapier anpreist und Schmincke eine gängige Marke für viele Künstler ist. Das ist für mich auch kein neuer oder Unerwarteter Effekt - das ist einfach wirklich ein Papier was nicht für Aquarell geeignet ist. Immerhin hat es sich nicht gewellt oder angelöst. Hierfür trotzdem einen Pluspunkt.
Deutlich besser wurde es auf dem Fotopapier mit den Dr Ph Martins Radiant Concentrated Watercolors. Hier gibt es ganz spannende Effekte, weil die Tinte sehr(!) schnell trocknet und dann auch wirklich wasserfest ist. Das Lana Papier hingegen hat hier wieder keine überzeugende Leistung bringen können. Das Schichten der Farben war nur bedingt möglich, verblenden dann aber gar nicht. Das ausblenden durch spätere Wasserzufuhr ist auch nicht möglich, da sich die Farbe fast komplett anlöst und somit einfach nur ein Fleck in den anderen schwimmt. Auch hier möchte ich nicht von einem angenehmen Effekt sprechen der für das Papier sprechen könnte.
Als nächstes habe ich ein paar Copics zur Hand genommen. Auf dem Fotopapier haben diese auch überraschend farbintensiv gewirkt und sind direkt getrocknet. Trotzdem war ein blenden möglich - ich bin im nachhinein echt beeindruckt und werde dieses Papier häufiger nutzen. Optimistisch gestimmt bin ich dann an das Lana gegangen. Hier war leider wieder nichts was mich umgehauen hat aus dem Papier zu locken. Zwar sind die Farben einigermassen flächig auftragbar, was auf dem Fotopapier schwerer war, trotzdem kann man nicht alles aus den Farben der Copics heraus holen. Sie sind also sehr matt geblieben. Zweiter Minuspunkt ist für mich, dass man hier Pigmentränder sieht und beim näheren hinsehen auch eine Art "auslaufen" der Farben. Also auch hier, ist eher das Fotopapier mein Freund. Was ich aber kurz anmerken möchte, ist dass es durchaus Künstler gibt die dieses Papier als Copic Papier verwenden, grade weil die Effekte hier sehr Copic-untypisch sind. Mein Fall ist es aber einfach nicht.
Der anschließende Test von Polychromos und Bleistift ist wie erwartet bei beiden Papieren ernüchternd ausgefallen. Auf dem Fotopapier kann man leider gar nicht damit arbeiten, höchstens für eine Skizze. Das Lana hat sich da etwas besser geschlagen was den Bleistift anbelangt Auch wenn man hier wohl mit einem spitzen Bleistift besser nicht radieren sollte. Ich vermute, dass es dann leichte Furchen geben kann, dennoch denke ich für Skizzen vor der koloratuon ist ein Bleistift hier ein verwendbares Medium.
Da ich keine Lust hatte Acryl, Öl und Gouache auszuprobieren, weil die nunmal alle deckend sind, habe ich mich nur für Gouache entschieden. Hier hat sich das Lana besser geschlagen als das Fotopapier, ich würde allerdings nicht behaupten, dass ich dafür jetzt auf Papiere die extra für diese Techniken gedacht sind verzichten würde. Mit deckenden Farben wie Gouache und Acryl kann man theroretisch überall drauf arbeiten. Da braucht man kein teures Papier kaufen.
Zu guter letzt habe ich noch Tinte und Pastell ausprobiert. Die Tinte war auf beiden Papieren befriedigend, mehr aber nicht. Das schreiben mit Filzstiften und richtiger Zeichentinte ist angenehm, das flächige arbeiten mit etwas mehr Farbe war mir auf beiden Papieren jedoch nicht möglich. Auf dem Lana haben sich wieder Pigmentränder rebildet, beim Fotopapier hat bei der zweiten Runde Farbauftrag die Beschichtung nicht standgehalten. Mag aber auch an meiner spitzen Zeichenfeder liegen.
Pastellkreide ist bei beiden nicht erwähnenswert. Die hielt ein bisschen besser auf dem Lana, wahrscheinlich weil das Fotopapier eine "glossy" Oberfläche hat. Aber dafür benutzen... ne. Lieber nicht, dazu ist auch das Lana zu glatt.

Im Endeffekt würde ich sagen, dass ich mit meinen Erfahrungen dieses Material nicht empfehlen kann. Zwar kann man darauf vermutlich mit Copics und Gouache ganz passabel arbeiten, aber dafür gibt es in meinen Augen auch spannendere Papiere.

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